Die Formulation

Bei der Beobachtung der malenden Kinder, ohne zu belehren oder beurteilend einzugreifen, entdeckte Arno Stern, dass Kinder immer wieder gleiche Dinge dargestellten: ein Haus, ein Baum, eine Blume, die Sonne,…

Dies führte ihn zu der Frage, ob Kinder in anderen Kulturen und unter anderen Lebensbedingungen anders oder ähnlich malen. Darauf konnte er keine Antwort finden und so unternahm er zahlreiche weltweite Forschungsreisen in Gegenden ohne Schulbildung. Dabei zeigte sich, dass Menschen, egal woher sie kommen oder wie alt sie sind, ähnliche Formen entstehen lassen. Arno Stern nannte diesen Ausdruck von tief in uns Gespeichertem „die Formulation“. Sie ist eine Art bildnerische Ursprache die jedem Menschen innewohnt und die uns alle verbindet.

Wenn die Malenden spontan und absichtslos handeln, entsteht diese ursprüngliche Spur. Kleinen Kindern, die noch unbelastet sind, fällt dies leicht. Später ist es für Malende vielleicht ungewohnt und neu, eine Äußerung entstehen zu lassen, die keinem Zweck dient, außer dem, das Tun zu genießen, alles Angelernte abzustreifen, dadurch zu sich selbst zu kommen und wieder spielfähig zu werden. 

In unserem gesellschaftlichen Umfeld braucht es einen geschützten Ort, damit die Formulation zur Entfaltung kommen kann. Diesen bietet der Malort mit seinen wenigen aber klaren Spielregeln, der begleitenden Person und den anderen Malenden.

Eine sehr interessantes Interview von Arno Stern „Wie man Kinderbilder nicht betrachten soll“  findet ihr hier  

Mehr Informationen auf der Homepage von Arno Stern